Bonsai Formen


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Bonsai Typen

Jeder Bonsai ist einzigartig in seiner Gestaltung und das Ergebnis liegt ganz in der Hand des Bonsai Künstlers. Daher gibt es auch nicht den einen ‚richtigen‘ Weg zum perfekten Bonsai. Bei der Gestaltung deines Bonsais lässt du deine eigenen Vorstellungen einfließen und vor allem ist dabei deine eigene Kreativität gefragt. Wir wollen dir die Grundlagen und das Basiswissen mitgeben um dir bei der Gestaltung deines persönlichen Bonsaimeisterstücks zu helfen.

Die Kunst ist es deinem Bonsai ein möglichst natürliches Aussehen zu verleihen. Deshalb ist es wichtig mit dem natürlichen Wachstum deines Bonsais zusammen zu arbeiten. Einen Bonsai, der sich nach rechts biegen will solltest du daher nicht in die Gegenrichtung zwängen, sondern die natürliche Tendenz deines Bonsais stattdessen in deine Gestaltung und Vision miteinfließen lassen. Dein Bonsai ist eine lebende Pflanze, deren natürliches Wachstum gemeistert werden muss. Da jeder Baum von Natur aus unterschiedlich ist gibt es viele verschiedene Bonsai Typen, die wir dir im Folgenden zusammenfassen möchten.

Besenform (Hokidachi)

Dieser Stil ist besonders gut für Laubbäume mit vielen feinen Verzweigungen geeignet. Das charakteristische Merkmal bei diesem Bonsai Stil ist der gerade Stamm im unteren Drittel des Bonsais. Darüber verzweigt sich der Stamm in alle Richtungen, sodass die Äste und das Laub eine runde Baumkrone bilden.

Streng aufrechte Bonsaiform (Chokkan)

Bei dieser Bonsaiform ist der Stamm an der Basis dicker als der restliche Stamm und wird zur Spitze hin immer dünner. Der Stamm sollte nicht bis zur Baumspitze reichen. Das erste Viertel des Bonsais besteht nur aus dem Stamm. Danach sollten die Äste beginnen. Die Baumspitze wird von einem einzelnen Ast gebildet.

Frei aufrechte Bonsaiform (Moyogi)

Diese Bonsaiform ist durch einen aufrechten, s-förmigen Stamm gekennzeichnet. An den Außenseiten der S-Kurve entspringen die Äste des Bonsais. Auch bei dieser Bonsaiform ist der Stamm an der Basis deutlich dicker und wird nach oben hin dünner.

Geneigte Bonsaiform (Shakan)

In der Natur entsteht diese Form häufig durch natürliche Bedingungen wie Lichtverhältnisse oder Wind. Die Neigung des Bonsais sollte bei etwa 60-80 Grad liegen. Auch bei dieser Bonsaiform ist es wichtig, dass der Stamm an der Basis deutlich dicker ist und nach oben hin dünner wird. Dabei kann er entweder ganz gerade oder auch leicht gebogen sein. Ist dein Bonsai nach rechts geneigt müssen die Wurzeln auf der linken Seite sehr stark entwickelt sein. Der erste Ast entspringt bei einem rechtsseitigem Bonsai auf der linken Seite um dem Bonsai ein harmonisches Gleichgewicht zu verleihen.

(Halb)Kaskaden Bonsaiform (Han-kengai/Kengai)

Bei der Kaskaden Bonsaiform wächst der Bonsai entgegen der natürlichen Wuchsrichtung abwärts. Um die Kaskaden Form zu erreichen wird ein hoher Topf verwendet. Zu Beginn wächst der Bonsai ein kleines Stück aufwärts. Danach biegt er sich zur Seite und beugt sich abwärts. Die Baumkrone wächst oberhalb der Beugung und oberhalb des Topfrands. Im abwärts wachsenden Teil des Bonsais entspringen die Äste abwechselnd rechts- und linksseitig möglichst waagerecht an den Biegungen des Stamms. Wichtig ist auch, dass der Stamm an der Basis deutlich dicker ist.

Der Unterschied bei der Halbkaskaden Bonsaiform ist, dass sich der Stamm abwärts aber auch seitwärts biegen kann und die Spitze nicht tiefer als bis zum Schalenboden reicht. Die Baumkrone bleibt oberhalb des Schalenrands, die unteren Äste liegen unterhalb des Schalenrands.

Literaten-Bonsaiform (Bunjingi)

Die Besonderheit bei der Literaten Bonsaiform ist, dass der Stamm nur am oberen Teil Äste hat und aufwärts wächst. Dabei hat der Stamm leichte Biegungen. Die Literaten Bonsaiform demonstriert den Konkurrenzkampf der Bäume. In Ihrem natürlichen Lebensraum müssen sie bei dichtem Baumbewuchs möglichst hoch wachsen um das Sonnenlicht zu erreichen.

Windgepeitschte Bonsaiform (Fukinagashi)

Wie der Name schon vermuten lässt, demonstriert diese Bonsaiform einen Baum, der von starkem Wind geformt wird. Wenn der Wind in der natürlichen Umgebung stets aus einer Richtung gegen den Baum weht, wird der Baum über lange Zeit in Windrichtung wachsen. Stamm und Äste wachsen dann in dieselbe Richtung. Die Äste können zwar an jeder Seite des Stamms entspringen, wachsen dann aber dennoch in Windrichtung.

Doppelstamm-Bonsai (Sokan)

Der Doppelstamm Bonsai besteht aus einem dickeren und einem schmaleren Stamm, die eine gemeinsame Laubkrone haben. Beide Stämme entspringen aus demselben Wurzelsystem. Der schmalere Stamm kann auch aus dem dickeren Stamm entspringen. Der Ursprung muss dabei aber sehr nah am Boden sein. Der dickere Stamm ist länger und wächst möglichst aufrecht. Der schmale Stamm ist kürzer und wächst leicht schräg.

Mehrfachstamm-Bonsaiform (Kabudachi)

Bei dieser Bonsaiform entspringen mindestens drei Stämme aus einem einzigen Wurzelsystem und bilden ein gemeinsames Laubdach. Es scheinen mehrere Bäume zu sein, wobei es tatsächlich ein einzelner Baum mit mehreren Stämmen ist. Die Stämme sind unterschiedlich entwickelt. Der dickste Stamm ist meist am Längsten und bildet das Zentrum.

Wald-Bonsaiform (Yose-ue)

Diese Bonsaiform zeichnet sich dadurch aus, dass mehrere Bäume zusammen in eine große, flache Bonsaischale gepflanzt werden. Die Bäume sollen eine gemeinsame Baumkrone bilden und möglichst natürlich angeordnet sein. Deshalb gibt es keine feste Positionierung der verschiedenen Bäume. Der größte und höchste Baum bildet meist das Zentrum während die kleineren Bäume um ihn herum angeordnet sind.

Floßform (Ikadabuki)

Bei der Floßform wird ein in der Natur umgestürzter Baum imitiert. Aus dem waagerechten Stamm wachsen die Äste senkrecht nach oben. Diese Äste bilden die Stämme des Bonsais und bilden mit weiteren Ästen eine gemeinsame Baumkrone.

Totholzform (Sharimiki)

Beim Sharimiki Stil ist der Bonsai von rindenlosen Stellen geprägt. Dazu wird die Rinde mit einem scharfen Messer entfernt. Meist beginnt man damit schon am Wurzelansatz und führt dies über den ganzen Stamm fort, wobei der rindenlose Bereich nach oben hin schmaler wird. Die rindenlosen Stellen werden entweder von starker Sonneneinstrahlung ausgeblichen oder man verwendet Jinmittel um die charakteristische ausgeblichene Optik zu erreichen.